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Film: Walter Benjamin gegen seine Liebhaber verteidigen?


Kurzfilm über Walter Benjamins Essay „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technichen Reproduzierbarkeit“.

Der Film versucht zu zeigen, dass Benjamin in seinem Essay eine Filmtheorie skizziert die sich (praktisch) bei Sergej Eisenstein und Charlie Chaplin finden lässt.

Martin Bartenberger, Wien 2010/2011

 

Bildqualität

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Untertitel/Transkript

Der Film ist mit deutschen Untertiteln versehen. Zum Aktivieren auf das Symbol klicken, das nach dem Start des Videos im rechten unteren Eck erscheint. Während des Films können die Untertitel über das Menü-Icon am Player ein- und ausgeschaltet werden.

Das Transkript des Filmes kann hier heruntergeladen werden: Transkript – Walter Benjamin gegen seine Liebhaber verteidigen

Englische Fassung/In English

Eine englisch untertitelte Fassung ist online unter http://theoriebuero.org/1839
A version with english subtitles is available at http://theoriebuero.org/1839

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Materialien die für diesen Film von Bedeutung waren

 

Zu Walter Benjamin

» Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit: Drei Studien zur Kunstsoziologie
In dieser Suhrkamp Ausgabe finden sich neben dem Kunstwerk-Essay auch noch die beiden thematisch verwandten Texte „Kleine Geschichte der Fotografie“ und „Eduard Fuchs, der Sammler und Historiker“.

» Kommentar von Detlev Schöttker
Diese Ausgabe des Kunstwerk-Aufsatzes ist deswegen besonders nützlich, weil sie neben dem Essay selbst auch einen Kommentar von Detlev Schöttker sowie alle wichtigen Materialien (Briefe,…) enthält.

» Walter Benjamin: Lumpensammler, Engel und bucklicht Männlein. Leben und Werk
Dieses Buch von Jean-Michel Palmier ist das beste, das ich über Benjamin gefunden habe. Unglaublich ausführlich, dafür auch ziemlich teuer.

 

Zu Sergej Eisenstein

» Schriften
Eisensteins Schriften sind auf Deutsch in unterschiedlichen Sammelbänden erhältlich. Daneben gibt es auch noch die Schriften-Reihe von Hans Joachim Schlegel.

» Streik
Eisensteins erster Langfilm „Streik“, von dem ich einen bekannten Ausschnitt verwendet habe, ist (so wie andere Eisenstein Filme) online unter archive.org.
http://www.archive.org/details/Strike_323

 

Zu Charlie Chaplin

» Charlie Chaplin: Eine Ikone der Moderne von Dorothee Kimmich
Ein lesenswerter Sammelband mit Texten über Chaplin. Die AutorInnen sind u.a. Brecht, Tucholsky, Kracauer, Adorno, Arendt und – für unseren Zusammenhang besonders interessant – Benjamin und Eisenstein.

 

» Autobiografie – Mein Leben
Chaplins Autobiografie, der u.a. seinen ungewöhnlichen Werdegang und die Gründe für sein langes Festhalten am Stummfilm schildert.

» Slavoj Zizek über das Ende von City Lights
Zizeks Interpretation der letzten Szene aus Chaplins großartigem Film City Lights, die auch in meinem Film vorkommt.
http://www.youtube.com/watch?v=CKKt_XIJJKg

 

Zur Filmtheorie

» Texte zur Theorie des Films von Franz-Josef Albersmeier von Reclam
Gute Text-Sammlung, Schwerpunkt liegt auf frühe Filmtheorie, darunter zwei Texte von Eisenstein (Montage der Attraktionen, Dramaturgie der Film-Form. Der dialektische Zugang zur Film-Form). Das ebenfalls abgedruckte „Manifest zum Tonfilm“ von Eisenstein, Pudowkin, Alexandrow kann als Gegenentwurf zu Benjamins Tonfilm-Skepsis gelesen werden.

» Introduction to documentary – Bill Nichols
Besonders im letzten Teil des Films beziehe ich mich auf Nichols Konzept der documentary modes.
Siehe auch http://en.wikipedia.org/wiki/Documentary_mode

Scholz, Roswitha (2005) "Die Theorie der geschlechtlichen Abspaltung und die Kritische Theorie Adornos"

„In den 90er Jahren dominierten im akademischen Feminismus poststrukturalistische Theorien. Marxistische Ansätze waren im Gegensatz zu den 70er und 80er Jahren marginalisiert. Statt nach einem neuen Totalitätsverständnis zu suchen, das neuere Entwicklungen wie den Niedergang des realexistierenden Sozialismus zu erklären imstande wäre, wandte man sich kulturalistischen Konzeptionen zu. Mittlerweile hat sich die Situation jedoch wieder geändert. Mit einer weiteren Zuspitzung der ökonomischen Lage und einer immer stärker hervortretenden „sozialen Frage“ stieg auch das Interesse an einer Kritik der „politischen Ökonomie“ wieder an. Damit allerdings geraten Sexismus, aber auch Rassismus, wieder einmal in Gefahr, zu „Nebenwidersprüchen“ zu verkommen.

Im folgenden möchte ich einige zentrale Momente der Wert-Abspaltungstheorie vorstellen, die ich im zeitgeistigen Kontext der kulturalistischen 90er Jahre als Gegenkonzept entwickelt habe. Diese Theorie knüpft einerseits an die jüngere wertkritische Weiterentwicklung der Marxschen Theorie an und andererseits an die Kritische Theorie Adornos. Adorno hat meines Erachtens vielerlei Ansatzpunkte für eine Kritik des Androzentrismus geliefert, die modifiziert und auf der Höhe der Zeit aufgegriffen werden müssen. Im folgenden soll es deshalb vor allem um den Zusammenhang von Wert-Abspaltungstheorie und Adornos Kritischer Theorie gehen. Freilich kann ich dabei bloß einige ausgewählte Aspekte aufzeigen. Gerade die Kritische Theorie Adornos läßt sich nicht auf 10 Seiten erledigen; er selbst hat auch einmal in Anlehnung an Hegel festgestellt, daß sich eine dialektische Theorie nicht „auf einen Spruch“ bringen läßt.

In meinen Ausführungen soll dabei die grundlegende Bedeutung des Geschlechterverhältnisses im warenproduzierenden Patriarchat deutlich werden. Das Geschlechterverhältnis kann auf keinen Fall zum Nebenwiderspruch degradiert werden, wie es in traditionellen Theorien (auch des Marxismus) weitgehend üblich war. Vielmehr handelt es sich bei der von mir behaupteten Wert-Abspaltung um ein zentrales Formprinzip kapitalistisch-patriarchaler Vergesellschaftung. Was darunter zu verstehen ist, möchte ich erst einmal kurz skizzieren, um sodann auf den Zusammenhang mit der Kritischen Theorie Adornos etwas genauer einzugehen. Vorausschickend möchte ich noch sagen, daß ich auf Unterschiede zu anderen feministischen Theorien in Deutschland, die ebenfalls an Adorno anschließen, nur am Rande eingehen kann.“ (Quelle: s.u.)

Scholz, Roswitha (2005)Die Theorie der geschlechtlichen Abspaltung und die Kritische Theorie Adornos„, in: Exit-Online

Stützle, Ingo (2003) "Staatstheorien oder "BeckenrandschwimmerInnen der Welt vereinigt euch!"

„Bürgerliche Geschichtsschreibung hat es an sich, Begriffe, die aus der modernen Verfasstheit der Gesellschaftsformation entspringen, in die Vergangenheit zu projizieren und somit gesellschaftliche Verhältnisse zu naturalisieren. In linken Auseinandersetzungen wurde dies bisher fast ausschließlich in Bezug auf Nation und Volk ausführlicher diskutiert. Für viele weitere Begriffe des politischen Alltags wurde diese Auseinandersetzung bisher kaum geführt. So für den Begriff der „Arbeit“ und des „Staates“.“ (Quelle: s.u.)

Stützle, Ingo (2003)Staatstheorien oder „BeckenrandschwimmerInnen der Welt vereinigt euch!„, in: Grundrisse (Nr.6/2003), Wien, S.27 – 38

Kurz, Robert (1999) "Schwarzbuch Kapitalismus"

„Der Lebensstandard breiter Bevölkerungsgruppen sinkt, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, der Ausweg in die Dienstleistungsgesellschaft erweist sich als Illusion. Die Marktwirtschaft wird mit ihren Produktivitätssprüngen – Automation und Globalisierung – nicht mehr fertig.

Robert Kurz seziert die Marktwirtschaft, zeichnet die drei industriellen Revolutionen nach und belegt, wie der Kapitalismus aus weitverzweigten Wurzeln und vielen Quellen im Laufe der Geschichte Varianten seiner inneren Widersprüchlichkeit hervorgetrieben hat: Liberalismus und Sozialdemokratie, den Staatsozialismus als Form nachholender Modernisierung, aber auch immer wieder Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus.

Es zeigt sich, dass die bisherigen Gegenentwürfe das Wesen der kapitalistischen Geldmaschine ungangetastet ließen und selber nur Trendsetter jener permanenten ‚Modernisierung‘ waren, die sich zunehmend als antisozialistischer Drohbegriff entpuppt. Aber ausgerechnet in demselben Maße, wie er von allen Parteien zum alternativlosen Schicksal der Menschheit erklärt wird, treibt der Kapitalismus heute auf eine ausweglose Situation zu.“ (Quelle: s.u.)

Grigat, Stephan (1997) "Zur Kritik des Fetischismus"

Hierbei – gedacht zur kritischen Lektüre – handelt es sich um einen frühen Aufsatz von Stephan Grigat über den Fetischismus im Kapitalismus bzw. um seine (damalige) Interpretation desselben. Grigats weiterentwickelte Konzeption lässt sich in seinem Buch „Fetisch und Freiheit“ (2007) nachlesen.

Grigat, Stephan (1997)Zur Kritik des Fetischismus„, in: Streifzüge (Nr.4/1997), Wien

Postone, Moishe (1979) "Nationalsozialismus und Antisemitismus"

„Meine Absicht ist nicht die Beantwortung der Frage, warum dem Nazismus und dem modernen Antisemitismus ein historischer Durchbruch in Deutschland gelungen ist. Ein solcher Versuch müßte einer Betrachtung der Besonderheit deutscher Entwicklung Rechnung tragen: darüber ist zur Genüge gearbeitet worden. Dieser Essay will vielmehr untersuchen, was damals durchbrach: eine Betrachtung derjenigen Aspekte des modernen Antisemitismus, die als unabdingbarer Bestandteil des deutschen Nationalsozialismus betrachtet werden müssen. Dies auch als ein Ansatz, die Vernichtung des europäischen Judentums zu erklären, als die notwendige Voraussetzung einer adäquaten Beantwortung der Frage, warum es gerade in Deutschland geschah.“ (Quelle: s.u.)

Postone, Moishe (1979)Nationalsozialismus und Antisemitismus: Ein theoretischer Versuch„, in: Merkur (Nr.1/1982), Stuttgart, S. 13 – 25

Bernhard, Armin (2006) "Antonio Gramscis Verständnis von Bildung und Erziehung"

„Die politisch-pädagogischen Überlegungen Antonio Gramscis stehen im Zentrum der vorliegenden Analyse. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf jenen Begriffen, die terminologisch den Gegenstand von Pädagogik bestimmen und die in Gramscis Geschichtsphilosophie und Gesellschaftstheorie durchaus eine Schlüsselstellung einnehmen, nämlich Erziehung und Bildung. […] Gramsci benutzt den klassischen Bildungsbegriff für seine erziehungs- und bildungstheoretischen Reflexionen, setzt ihn allerdings in ein geschichtsmaterialistisches Koordinatensystem. Zunächst soll kurz der systematische Stellenwert von Erziehung und Bildung bei Gramsci bestimmt werden. […] Im Hauptteil geht es dann um die Entfaltung des Gramscischen Verständnisses von Bildung. Zuletzt sollen einige Thesen zur Demokratisierung der Bildung formuliert werden, die sich aus Gramscis politisch-pädagogischen Einsichten ableiten lassen.“ (Quelle: s.u.)

Bernhard, Armin (2006)Antonio Gramscis Verständnis von Bildung und Erziehung„, in: Utopie Kreativ (Nr.183/2006), Berlin

Links: Critical Realism

Useful links on Critical Realism. If you don’t know what Critical Realism is all about maybe you want to start here:
http://en.wikipedia.org/wiki/Roy_Bhaskar#Critical_realism

 

The Web Site for Critical Realism
Many papers, interviews and old issues of the Journal of Critical Realism are online here. Plus a Critical Realism Glossary (unfortunately the server sometimes isn’t working, if so try again after a couple of minutes)
http://www.raggedclaws.com/criticalrealism/

Critical Realism Wiki
Up-to-date wiki with many links and resources.
http://criticalrealism.wikispaces.com/

The Critical Realism in Action Group
The Critical Realism in Action Group (CRAG) tries to re-assess the value of Critical Realism to social science inquiry, with particular reference to how it can inform concrete empirical study.
http://sites.google.com/site/criticalrealisminaction/home

International Association for Critical Realism
Blog of the International Association for Critical Realism (IACR) with the latest news about Critical Realism.
http://criticalrealismblog.blogspot.com/

The Critical Realism Network
A blog aggregator collecting the posts of various critical realists.
http://www.criticalrealism.net/Default.aspx

The Journal of Critical Realism
The main journal on Critical Realism.
http://www.equinoxjournals.com/ojs/index.php/JCR/index

Hay, Colin (2002) "Political Analysis: A Critical Introduction"

This book is probably the best introduction to political science available. It’s a profound yet readable introduction to some of the fundamental questions of political analysis.

The author Colin Hay, currently Professor at the University of Sheffield, develops a critical approach to political science that’s based on a critical-realistic foundation.

The book covers a broad range of topics: It starts with a general introduction to the field of political science and international relationship and its different theories and „schools“. The second chapter deals with the question „What’s Political about Political Science?“ and the importance of ontology and epistemology. The other chapters are concise summaries of some of the most important meta-questions of social and political science: structure and agency, explaining social/political change, concepts of power, the roles of ideas and the challenge of postmodernism.

The book is not a step-by-step introduction to political analysis as a method but an attempt to raise the awareness for some fundamental questions of social science in general. It argues for the need of a critical political analysis that takes into account all these questions.

 

Contents

Analytical Perspectives, Analytical Controversies
What’s Political about Political Science?
Beyond Structure versus Agency: Context versus Conduct
Continuity and Discontinuity in the Analysis of Political Change
Divided by a Common Language? Conceptualising Power
The Discursive and the Ideational in Contemporary Political Analysis: Beyond Materialism and Idealism
The Challenge of Postmodernism
Conclusion: Critical-Political-Analytical

 

Colin Hay (2002): Political Analysis. A Critical Introduction
314 pages
Publisher: Palgrave Macmillan
http://www.palgrave.com/products/title.aspx?PID=259669

Download first chapter: http://www.palgrave.com/PDFs/0333750039.Pdf

Kommentierte Literaturliste zur Kritik der politischen Ökonomie

Ausführliche Literaturliste von Michael Heinrich zur Marxschen Kritik der politischen Ökonomie.

Sie beginnt mit Marx‘ Schriften selbst und stellt daran anschließend die verschiedenen Lesarten des 20. Jahrhunderts vor.

Umfasst bis 1998 erschienene Literatur, veröffentlicht 1999 im mittlerweile vergriffenen Buch „Kapital.doc“.

http://www.oekonomiekritik.de/110KommLitverzeichnis.htm

 

Ab 1998
Eine aktuelle Auswahl der Neuerscheinungenzur Kritik der politischen Ökonomie ab 1998 bietet Michael Heinrich unter http://www.oekonomiekritik.de/Lit.htm